Woran mangelt es? Das Elend des süchtigen Konsumverhaltens

Was fehlt mir eigentlich?

Wir brauchen und verbrauchen immer mehr, um Befriedigung zu erlangen. Wirtschaftswachstum ist weiterhin eines der Hauptziele von Politik und Wirtschaft. Immer noch mehr vom Selben? Das klingt nach Dosissteigerung und Kontrollverlust.

In dem folgenden Beitrag geht es mir darum, den engen Zusammenhang von Konsum und Sucht zu schildern.

(I) DEFINITION VON KONSUM UND SUCHT

Unter Konsum verstehe ich den Verbrauch oder Verzehr von Gütern. Etwas wird von außen zugeführt und eingenommen.

Sucht ist etymologisch mit dem Wort siechen verwandt. Ganz allgemein wird damit das Leiden an einer Krankheit bezeichnet. Die Verwendung des Begriffes markiert also eine Krankheit – und bezeichnet damit etwas, das von der Normalität abweicht. Doch was ist eigentlich der Normalzustand? Betrachtet man einmal die Zahlen, wie verbreitet Abhängigkeitssyndrome sind, wird ersichtlich, dass es sich um ein Massenphänomen handelt, das sich quer durch die ganze Bevölkerung zieht. Gleichwohl gebe ich hier keine medizinische Definition von Sucht wieder, sondern versuche einen weiter gefassten Begriff der Sucht zu entwickeln.

Was normal ist, wandelt sich. Im Mittelalter war der ausgiebige Konsum von Alkohol bis zum Vollrausch und zur Besinnungslosigkeit gang und gäbe. In den Anfangszeiten der Industrialisierung war es eine Zeitlang üblich einen Teil des Lohnes in Form von Alkohol auszuzahlen.

Computerspielen macht süchtig...

Computerspielen macht süchtig – etwas erstrebenswertes?

Auch heute ist übermäßiger Konsum etwas, mit dem kokettiert wird. Hier sehen wir zum Beispiel, das auf Facebook damit geworben wird, ein Computerspiel mache süchtig. Das Angeben damit, wie sehr man sich betrunken oder mit anderen Drogen zugedröhnt hat, scheint vor allem unter Jugendlichen ganz normal zu sein. Aber auch unter Erwachsenen wirkt der Verzicht auf Alkohol schnell auffällig: „Versuchen Sie mal, nichts zu trinken“.

Sucht ist ein Verhaltensmuster des Konsumierens: Mit diesem oder jenem Mittel kann ich bewirken, dass ich mich besser fühle. Nicht jedes Konsumieren, nicht jedes Abschalten, nicht jede Schmerzbetäubung und nicht jeder Rausch ist gleich eine Sucht. Sucht ist charakterisiert durch einen übermäßigen und zwanghaften Konsum. Die Dosissteigerung und der Kontrollverlust über das Konsumverhalten sind typische Merkmale.

„Viele Menschen verhalten sich süchtig, ohne dadurch in die Sucht abzugleiten. Sie weichen durch ihr süchtiges Verhalten lediglich unangenehmen Gefühlen und Situationen aus und dabei bleibt es. Diese Menschen stillen mit Alkohol nicht ihren körperlichen Durst, sondern den seelischen Durst“ (Rennert 2012: 59).

Abhängigkeit beginnt dort, wo wir am falschen Ort nach dem Richtigen suchen.

Deepak Chopra

Werbung bedient genau diese Konsummuster. Zahlreich sind die phantastischen Versprechungen. Durch das Rauchen dieser Zigarettenmarke fühle ich mich frei, mutig und abenteuerlich. Mit diesem oder jenem Duschgel bin ich frischer, erfolgreicher und zufriedener. Mit diesen Schuhen bin ich fitter, attraktiver und liebenswerter. Mit dem passenden Waschmittel und dem richtigen Bausparvertrag bekomme ich eine glückliche Familie – Geborgenheit, Sicherheit und Zuneigung.

Der Suchtforscher Dr. Peter Degkwitz definiert Sucht als „übermäßige Bindung an bestimmte Erfahrungen“: „Menschen werden abhängig (bis hin zur Störung) von bestimmten Erfahrungen“. Entscheidend für die Abhängigkeit ist die „übersteigerte persönliche Bindung“ an die Drogenerfahrung als Bewältigungs-Mechanismus oder Weg der Lebensführung (2007: 60-61).

 (II) DIE EIGENE BETROFFENHEIT

I can’t get no satisfaction
The Rolling Stones

Die Sozialwissenschaftlerin Marlene Stein-Hilbers betont, wie wichtig es ist, sich bei der Erforschung der Themen Sucht, Drogenkonsum und Abhängigkeit die eigene Betroffenheit klar zu machen.

Der Konsum als Mittel der Befriedigung ist eine Alltagshandlung. Bestimmte angenehme Gefühlszustände sollen schnell erzeugt werden bzw. unangenehme Zustände sollen schnell beseitigt werden. Und es ist durchaus nicht unüblich, dies in nahezu zwanghafter Weise zu tun.

„Spezifische Reize und Substanzen werden eingesetzt, um (schnell) bestimmte Gefühlszustände zu erzeugen oder auch zur Abwehr immer wiederkehrender alltäglicher Empfindungen von Leere, Sinnverlust, Angst o.ä. Süßigkeiten, Alkohol, Fernsehen, Essen, Medikamente u.a.m. werden (auch) in diesem Sinne benutzt“ (Stein-Hilbers 2007: 35-36).

Nicht mehr die Suche nach einem typischen persönlichen Defekt des Konsumenten steht dann im Vordergrund, sondern die „detaillierte Analyse von Alltagsprozessen und Verarbeitungsweisen, die auch den Forschenden selber aus ihrer eigenen Lebenswelt vertraut sind“ (Stein-Hilbers 2007: 35-36).

Wenn ich mir mein eigenes Verhalten anschaue, stelle ich fest – das Repertoire meiner Süchte und meines süchtigen Verhaltens ist umfangreich:

– Als ehemaliger starker Raucher habe ich mir oft eine Zigarette angesteckt, um meine Verlegenheit zu überspielen.

– Alkohol diente mir zur Betäubung und Beruhigung, als Auflockerung und um „in Stimmung“ zu kommen. Es war für mich ein häufig eingesetztes soziales Schmiermittel. Welche Ironie, dass ich mich benebelte, um den Anderen nah zu sein!

– Manchmal esse ich nur, um meinen Frust abzubauen. Da kann ich schon mal eine Tafel Schokolade am Stück verdrücken.

Das Suchtpotential von Süssigkeiten und die bio-chemischen Prozesse, die dabei ablaufen, sind recht ausgiebig erforscht [1] [2].

„Süßigkeiten sind für fast alle Kinder attraktiv und von hohem Wert. Bereits bei Kindern wird aber auch der Mechanismus des Überdeckens emotionaler Spannungen durch chemische Substanzen gründlich eingeübt. Vor allem Trauer und Aggressionen werden durch Süßigkeiten neutralisiert und abreagiert. Süßigkeiten werden als Mittel der Bestechung und der Vertuschung sozialer Konflikte eingesetzt“ (Stein-Hilbers 2007: 38-39).

– Mit Kaffee habe ich mich regelmäßig aufgeputscht, um die langen Bürotage besser zu überstehen. Und oft blieb ich länger im Büro um einem Gefühl der Einsamkeit und Nutzlosigkeit zu entgehen.

– Wenn ich gestresst bin, dann ziehe ich mir gerne mal einen Film rein oder verplempere meine Zeit auf youtube oder facebook, um einfach nur abzuschalten.

Ich vermute, dass nahezu jeder und jede einiges aus eigenem Erleben bestätigen oder dieser Auflistung anfügen könnte.

„Beobachtbar ist, dass auch nahezu alle Erwachsenen in ritualisierter Form auf spezifische Tätigkeiten/Medien zurückgreifen, um unangenehme Spannungszustände abzuwehren. (…) Die Bewältigung problematischer Situationen wird verengt auf einen einzelnen Wirkstoff oder eine einzelne Tätigkeit. Der Konsum psychoaktiver Stoffe aller Art passt sich in dieses Spektrum ein“ (Stein-Hilbers 2007: 38-39).

Das bedeutet immer auch ein Stück weit die Abgabe der Verantwortung für das eigene Leben, insbesondere für das eigene Fühlen und Empfinden. Etwas Äußeres ist schuld und etwas von außen Zugeführtes soll es fixen. Möglicherweise unter anderem durch den Konsum von etwas Junk-Food.

Ist nicht für viele Menschen das Gefühl der Sattheit, das unsere Psyche einlullt, Inhalt und Sinn des Lebens geworden?

Galina Schatalova

Doch ob eine Empfindung genehm ist, ist immer auch eine subjektive Einschätzung darüber, ob die Empfindung jetzt da sein darf.

(Vor diesem Hintergrund, und dies sei hier nur am Rande bemerkt, stellt sich mir die Frage, wie sinnvoll ein Krieg gegen die Drogen überhaupt sein kann? [3])

(III) DAS MANGELBEWUSSTSEIN

Menschen konsumieren also, um ihre Gefühlslage zu beeinflussen – sei es der Konsum von Substanzen, von elektronischer Unterhaltung oder anderem mehr. Dabei handelt es sich um ein ganz alltägliches Verhalten. Einen übersteigerten, zwanghaften und selbstschädigenden Konsum nennen wir Sucht.

Was ist das verbindende Element von Konsum und Sucht? Was steckt dahinter?

Wenn jemand krank ist, lautet die typische Frage: Was fehlt Ihnen? Diese Frage richte ich nun ebenso an den Konsumenten. Dem Konsum liegt immer ein Empfinden von Mangel zugrunde. Das Gefühl, dass etwas fehlt, bringt die Menschen dazu, etwas von außen aufzunehmen.

Das Opiat stößt immer in eine Lücke.

William S. Burroughs

Aber was fehlt?

Wenn wir Hunger oder Durst empfinden, dann trinken und essen wir. Die Lücke wird geschlossen, der Mangel ist behoben. Doch von welcher Art ist der Hunger, den der Mensch mit 10 Sorten Joghurt, Computer, Dauerfernsehen und all den anderen Konsumgütern zu stillen sucht?

I can’t get no satisfaction

Allzu oft stellt sich das Gefühl ein, mehr und mehr zu konsumieren und doch mit einem unstillbaren Verlangen zurückzubleiben. Ich glaube, die meisten Menschen konsumieren viel und oft ohne sich zu fragen, was eigentlich fehlt. Das Gefühl es würde etwas sehr Wesentliches und Wichtiges fehlen, scheint mir die zentrale Erfahrung in der Konsumgesellschaft zu sein. Ich nenne diesen geistigen Zustand „Mangelbewusstsein“.

Doch woran mangelt es?

Zumindest folgendes können wir festhalten: Wenn sich trotz anhaltenden Konsums kein Gefühl der Sättigung einstellt, kann dies als Warnsignal interpretiert werden.

(IV) DIE SÜCHTIGE GESELLSCHAFT

Gesellschaften sind keine Individuen, und man sollte ihnen demnach nicht einfach Eigenschaften menschlicher Individuen zuschreiben.

Mit Gesellschaft bezeichnet man eine komplexe Struktur – „eine soziale Ordnung, die vor allem aus der Geltung von Normen (…) ihre Stabilität erhält. Normen sind verbindliche Erwartungen an das Handeln von Menschen. Die Frage nach einer süchtigen Gesellschaft wäre also dahingehend zu präzisieren, ob es Normen gibt, die den Umgang mit Stimulanzen und insbesondere mit Alkohol regulieren, d.h. fördern oder vermindern“ (Mühler 2012: 2).

Das heißt, die Formulierung einer „süchtigen Gesellschaft“ ist leicht irreführend. Es sei deshalb die Warnung vorweg geschickt, dass es mir um eine Analogie geht, die im Sinne einer Karikatur zu verstehen ist, mit der Absicht bestimmte Aspekte besonders eindrücklich hervorzuheben. Es kann in diesem Rahmen ohnehin nur darum gehen, einige Punkte skizzenhaft anzureißen.

Zentrale Kriterien von Sucht sind die Dosissteigerung, der selbstschädigende Konsum und der Kontrollverlust über den Konsum.

– Stetiges Wachstum der Wirtschaft und des materiellen Wohlstands sind immer noch das vorherrschende Paradigma. Keine im Bundestag vertretene politische Partei wagt es, dieses Prinzip ernsthaft in Frage zu stellen. Wird sich der Konsum der privaten Haushalte irgendwann erschöpft haben? Stellt sich irgendwann eine Sättigung ein? Es sieht nicht danach aus.

– Umweltzerstörung, Müllberge, Hungersnöte und Krieg – die schädlichen Folgen übermäßigen Konsumierens brauche ich hier nicht im Einzelnen aufzuzählen.

– Wie viel Kontrolle haben wir noch über unseren Konsum? Mir scheint, wir erleben auf breiter gesellschaftlicher Ebene einen Kontrollverlust. Wir stecken längst in einer Eigendynamik, in der wir zwanghaft das Verhaltensmuster des Massenkonsums reproduzieren.

Der Sozialwissenschaftler Wolfgang Streeck verwendet in seinem neuen Buch „Gekaufte Zeit“ wohl nicht ganz zufällig ein Suchtvokabular, wenn er die Wirtschaft als gewinnabhängig bezeichnet und von einer profitabhängigen Klasse spricht. Und es fehlt auch nicht der Hinweis, dass die meisten Menschen lohnabhängig sind [4] [5] [6].

Zahlungsmittel des modernen, gewinnabhängigen Wirtschaftssystems ist das Schuldgeld, dessen Geldschöpfung ausschließlich über die Aufnahme neuer Schulden stattfindet. Es wäre an anderer Stelle eingehender zu untersuchen, wie sich im gegenwärtigen Finanzsystem die kurzfristige Befriedigung auf Kosten von Zukunft und Gesundheit ausdrückt.

Damit eng verknüpft ist das einseitige Streben nach weltlichem Erfolg, verbunden mit einem permanenten Leistungsanspruch. Wenn Menschen ständig etwas tun, was sie eigentlich gar nicht tun wollen, mit dem sie unzufrieden sind, dann ist der Drang nach ausgleichender Belohnung vorprogrammiert. „Jetzt gönne ich mir mal etwas“,  „das habe ich mir verdient“, lauten die Aussprüche. Der Nebensatz, „weil ich so viel Leid ertragen habe“, wird meist ausgespart.

Nicht jede Stimulanz wird zur Droge, nicht aus jedem stimulierenden Verhalten wird süchtiges Verhalten. Es ist auch eine Frage  des Maßes. Weshalb wird in unserer Gesellschaft in ausufernder Weise konsumiert? Es handelt sich um eine organisierte Form der Leidbeseitigung mit dem Ziel, den innerlich empfunden Schmerz zu betäuben. Mir scheint, wir beobachten hier eine hochentwickelte Schmerzbetäubungsindustrie [7]. Letztlich – und hier zeigt sich wieder die Parallele zur Sucht – ist der Preis für unseren maßlosen Konsum das Elend.

Wenn diese Gesellschaft krank ist, was fehlt ihr dann?

Ich glaube jedenfalls nicht, dass mangelnder (materieller) Wohlstand unser größtes Problem ist.

(IV) SCHLUSS UND AUSBLICK

Ich habe versucht zu zeigen, dass Sucht und Konsum eng zusammenhängen. Dabei habe ich eine ganze Reihe von Fragen aufgeworfen, denn nach meiner Ansicht ist es für ein gelingendes Leben wichtig, dass eigene Konsumverhalten zu reflektieren. Dabei geht es nicht um vorgefertigte Antworten, sondern um eine ehrliche Sicht nach Innen.

Wieso ist das so wichtig? Sucht bedeutet Entwicklungsstillstand. Es bedeutet in einem gewohnten Problem- und Lebensbewältigungsmuster zu verharren. Dieses Verhalten mag einmal sehr angemessen gewesen sein, doch jetzt ist es das möglicherweise nicht mehr. Wir erleben dann den Verlust von Kontrolle, das heißt den Verlust persönlicher Selbstbestimmung.

Der Konsument ist der ewige Säugling, der nach der Flasche schreit.

Erich Fromm

Ich habe in groben Strichen skizziert, wie die gesellschaftliche Dimension von Konsum- und Suchtverhalten betrachtet werden kann. Tatsächlich glaube ich, dass diese Betrachtungsweise zum besseren Verständnis des gesellschaftlichen Zustands beiträgt. Die Einsicht in die zwanghaften Verhaltensmuster und in den Kontrollverlust über den Konsum wäre ein wichtiger Schritt, um dahin zu kommen das Leben frei und selbstbestimmt zu gestalten. Das wäre ein Schritt auf dem Weg zu einem tiefgreifendem persönlichen und letztlich auch gesellschaftlichen Seinswandel.

Das ist auch der Grund, warum ethischer Konsum oberflächlich bleibt. Solange das süchtige Konsummuster beibehalten wird und nur einige wenige Güter bio-ökologisch substituiert werden, ändert sich wenig an der fatalen Logik des maßlosen Massenkonsums.

Nach Vorlage zu leben bedeutet letztendlich: aktiv zu wählen ein Opfer zu sein. Und sich darin erstaunlicherweise auch noch wohl zu fühlen. Solche Menschen leben in einem Zustand den Ferry „aktives Koma“ nennt: festgefahren, besorgt, Opfer ihrer Umstände – und trotz aller Beteuerungen viel zu ängstlich um etwas zu ändern, den Sprung ins Unbekannte zu wagen, neue Wege zu gehen.
David: Die Sucht nach Leiden und die Entscheidung zur Freiheit

Einen Punkt möchte ich noch klar stellen: Dies ist kein Plädoyer für Verzicht auf Genuss oder gar für Askese. Ganz im Gegenteil: es geht mir um mehr Genuss.

Ich lade dazu ein, einmal nachzuforschen: Genieße ich das wirklich? Bin ich zufrieden? Was verschafft mir die Befriedigung, nach der ich mich sehne?

Was fehlt?

 

  • Ich danke Daniela herzlich für ihre Unterstützung.

[1] Gerald Hüther über die Funktion von Serotonin und die Wirkung von Zucker.
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=kNFn_rLO2us

[2] Prof. Manfred Spitzer, Geist & Gehirn 185, Dopamin und Käsekuchen:
Toleranz des Belohnungssystems, der Suchtmechanismus von „Cafeteria-Essen“.
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=qz0Sa9MJ5ow

[3] Eine beeindruckende Argumentation zur Aussichtslosigkeit und zu den fatalen Folgen vom Krieg gegen die Drogen:
Seidl, Claudius und Harald Staun (2012): Legalität als letzter Ausweg. Machen wir Frieden mit den Drogen. http://www.faz.net/-gqz-6zi7v

[4] DLF: „Die Krise der Demokratie“ zu der neuesten Veröffentlichung von Wolfgang Streeck: „Gekaufte Zeit“, Suhrkamp Verlag | http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/2137055/

[5] Rezension auf theorieblog.de: Im Bann der Falschheit. Wolfgang Streecks Wiederaufnahme der Kapitalismuskritik
http://www.theorieblog.de/index.php/2013/05/im-bann-der-falschheit-wolfgang-streecks-wiederaufnahme-der-kapitalismuskritik/

[6] In der Tat ist die Möglichkeit materieller, politischer und kultureller Teilhabe sehr abhängig davon, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Anhand der Stellungnahmen der Parteien zum Grundeinkommen schildert Prof. Ute Fischer in ihrem SozBlog-Beitrag eindrücklich, wie sehr Leistungsdenken, Erwerbsarbeit und die Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe miteinander verknüpft wird. http://soziologie.de/blog/?p=3014

[7] Den Begriff „Schmerzbetäubungsindustrie“ nehme ich von Eckhart Tolle:
http://www.youtube.com/watch?v=ZSfz3CZg4MY

LITERATUR

 Degkwitz, Peter (2007): Plädoyer für ein psychosoziales Verständnis von Sucht. In: Bernd S.-S. Dollinger und Henning (Hrsg.), Sozialwissenschaftliche Suchtforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 59-81.

Mühler, Kurt (2012): Abstinent leben in einer süchtigen Gesellschaft. Das Beispiel Chronisch Mehrfachgeschädigte Abhängigkeitskranke (CMA). Dresden.

Rennert, Monika (2012): Co-Abhängigkeit. Was Sucht für die Familie bedeutet. Freiburg im Breisgau: Lambertus.

Schreiber, Daniel: „Versuchen Sie mal, nichts zu trinken“ http://www.taz.de/!108026/, 27. 12. 2012

Stein-Hilbers, Marlene (2007): Selbstreflexive Ansätze in der Drogenforschung. In: Bernd S.-S. Dollinger und Henning (Hrsg.), Sozialwissenschaftliche Suchtforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 35-45

Creative Commons Lizenzvertrag
Woran mangelt es? Das Elend des süchtigen Konsumverhaltens. von Steven S. ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 3.0 Unported Lizenz.

Advertisements

3 Kommentare zu “Woran mangelt es? Das Elend des süchtigen Konsumverhaltens

  1. interessante betrachtung, vom einzelnen zur gesellschaft.
    ich empfinde meinen mangel in mir und auch in der gesellschaft, als suche nach verbundenheit. verbundenheit mit mir und allem was ist. nur dann bin ich satt. solange ich getrennt bin, mich von dingen in mir trennen, von gefühlen, von gedanken, von meinem körper, solange der einzelne sich getrennt fühlt von dem anderem, von der gesellschaft, von dem leben, bleibe ich/ bleibt er hungrig und unbefriedigt.

    Gefällt mir

  2. Ich fühle mich von dem Blog sehr, und diesem Artikel insbesondere angesprochen im Moment. In dem ebenfalls vor ein paar Tagen die Frage im Raum stand: Was ist wichtig im Leben? und oder anders herum: Was war wichtiger (in der Zeit) bis jetzt?
    Offensichtlich ebenfalls eine Frage in der Mangel ersetzt werden soll um etwas anderes. Damit bin ich sofort bei der Verbundenheit. Wir sind ein Gemeinschaftswesen, und damit eigenverantwortlich abhängig von anderen. (oder so) Der Kontakt nur mit Tieren allein wird auf Dauer nicht glücklicher machen, auch wenn das vllt einfacher ist. Jedoch möchte ich doch alle Vorzüge einer Verbundenheit mit Menschen erfahren, und allen ungenehmen ausweichen. Nicht viel Zeit zum Grübeln hat, wer bald wählt.

    Gefällt mir

    • Vielen Dank für das Feedback und die Anregung! Gerade zur Zeit denke ich mehr über den Gemeinschaftsaspekt nach. In der Tat denke ich, dass insbesondere Suchterkrankungen soziale „Krankheiten“ sind, also vor allem Beziehungs- bzw. Bindungs“pathologien“. Süchtiges Verhalten hat idR eine soziale Funktion (Verbindung herstellen, Einsamkeit überbrücken uvm.). Süchtiges Verhalten entsteht und findet innerhalb von sozialen Systemen statt. Ein Ausbrechen daraus wird daher ein Beziehungssystem (Familie, Freunde, berufliches Umfeld) in seinem Status quo gefährden und idR Abwehrreaktionen hervorrufen.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s