Geldsystem

Fiatgeld nennt man die modernen Währungen, die keinen eigenen Warenwert haben, sondern nur als Tauschmittel dienen. Fiat ist abgeleitet vom lat. fieri (deutsch: „werden“, „entstehen“). Fiatgeld heißt also so viel wie „es werde Geld“ oder „es möge Geld sein“. In einem Akt kollektiver, schöpferischer Magie wird eine überaus mächtige Institution geschaffen. Bei den modernen Währungen wie Dollar oder Euro handelt es sich um sogenanntes Schuldgeld, das heißt die Geldschöpfung des Geldes erfolgt durch die Aufnahme von Schulden. Wenn ein Unternehmen oder ein Privatmensch bei einer Bank einen Kredit aufnimmt, wird dieser Betrag dem Konto des Schuldners gut geschrieben – einfach so aus dem Nichts – unter der Bedingung, dass die Bank eine gewisse Quote an Eigenkapital vorweisen kann.

„Am 22. Oktober 2008 haben sich die 17 Staats- und Regierungschefs der Eurozone im Elyséepalast in Paris versammelt. Um 18 Uhr sind Angela Merkel und Nicolas Sarkozy auf der Freitreppe vor die Presse getreten. Dort haben sie den Journalisten erklärt: »Wir haben gerade 1700 Milliarden Euro freigestellt, um den Interbankenkredit anzukurbeln und um die Eigenkapitalquote der Banken von 3 auf 5 Prozent zu heben.«“ (Jean Ziegler 2012: Wir lassen sie verhungern. S. 195)

Vgl. Wikipedia: FiatgeldBasel IIBasel III

Dies ist eine Sammlung ausgewählter Artikel zum Thema Finanzkrise, Schuldgeld, Zins mit kritischen Betrachtungen zum aktuellen Geldsystem, sowie einiger alternativer Ansätze wie das Vollgeld oder das Lebensgeld.

Es werde Geld – es werde Krise

(handelsblatt, Essay von Norbert Häring, 24.06.2009)

Die Vorschläge zur Regulierung der Finanzmärkte gehen an einen fundamentalen Problem vorbei: Banken schaffen mit einem simplen Trick seit Jahrhunderten scheinbaren Reichtum, der sich immer wieder in Luft auflöst. Seit 1970 hat diese Praxis den Ländern der Welt 124 systemische Bankenkrisen beschert.

Viele Bedenken gegen die alten Pfade

Bernard Lietaer: Geld und Nachhaltigkeit. Von einem überholten Finanzsystem

(DLF, Rezensiert von Martin Hyun, 28.04.2013)

Die Mitglieder des Club of Rome sorgen sich um die Nachhaltigkeit des Finanzsystems. Sie haben nun eine Art Bestandsaufnahme der Finanzkrise vorgelegt und gleichzeitig Alternativen aufgezeigt. Allerdings ist ihr Bericht keineswegs die angekündigte Roadmap für den Wandel.

Was schuldet der Staat seinen Bürgern?

(telepolis, Hans von Fabeck 26.12.2012)

„De nihil nihil fit, aus nichts kommt nichts.“ Nur das Geld. Diskutiert wird die Geldschöpfung, das sogenannte Fiatgeld.

„Bekanntlich sprechen die Wirtschaftswissenschaften dem Geld eine dreifache Funktion zu: die Messung, den Tausch und die Aufbewahrung von Werten. Tatsächlich gibt es aber noch eine weitere Dimension des Geldes, die eng mit seiner Vermehrungsfreudigkeit, sei es durch Zinsen, Kredithebelung, Spekulationsgewinn oder staatliche Geldschöpfung, zusammen hängt: Es schafft und verteilt Reichtum.“

Diskutiert wird unter Bezug auf Weber auch die Frage, wie Moralische und monetäre Schuld miteinander verwoben sind.

Die Geldelite verselbständigt sich

(telepolis, Marcus Klöckner 04.11.2012)

Interview mit dem Soziologen Hans-Jürgen Krysmanski über die Reichen und Mächtigen dieser Welt, die 0,01%.

Hans-Jürgen Krysmanski, emeritierter Professor für Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, erforscht seit vielen Jahren die Reichen und Supereichen. Nun hat er mit seinem Buch: „0,1 Prozent – Das Imperium der Milliardäre“, eine hochspannende Zusammenfassung seiner Arbeit vorgelegt.

„Es fehlt das Geld. Nun gut, so schaff es denn!“

Josef Ackermann und Hans Christoph Binswanger im Interview, FAZ 30.06.2009

In Goethes „Faust“ gibt diese Aufforderung des Kaisers den Anstoß, Papiergeld zu schaffen. Der Chef der Deutschen Bank und sein Doktorvater Hans Christoph Binswanger loten im F.A.Z.-Gespräch aus, was uns der „Faust“ in der Krise zu sagen hat.

Studentenaufruf – Wider die intellektuelle Monokultur in den Wirtschaftswissenschaften

Es wird zunehmend Kritik laut an der akademischen Ausbildung der Ökonomen. Weitgehend unkritisch und unhinterfragt werden einseitig bestimmte ökonomische Theorieansätze unterrichtet.

ALTERNATIVE ANSÄTZE

Zur Diskussion um das „Vollgeld“

Lebensgeld – Nachhaltiger Wohlstand für alle

Wenn wir als Menschheit überleben wollen, müssen wir die überwiegende Mehrheit unserer Entscheidungen für das Leben treffen. Wir brauchen ein Anreizsystem, das lebensförderliche Entscheidungen und Handlungen eindeutig begünstigt.

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Ein Kommentar zu “Geldsystem

  1. Pingback: Woran mangelt es? Das Elend des süchtigen Konsumverhaltens | seinswandel

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